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In Memoriam Max Thürkauf


An dieser Stelle möchte ich dankbar von der Erlaubnis Gebrauch machen, die mir der Jordan-Verlag in Zürich erteilt hat. Ich bekam die Erlaubnis, die hervorragenden Gedanken von Max Thürkauf darzulegen, eines Naturwissenschaftlers im Spannungsfeld von Chemie, Physik, Biologie, Philosophie und Religion. Ich stütze mich dabei auf sein Werk "Wissenschaft schützt vor Torheit nicht". Wer sich dieses hervorragende Kompendium ebenfalls anschaffen will:

Max Thürkauf, Wissenschaft schützt vor Torheit nicht, Jordan-Verlag Zürich, 129 Seiten, ISBN 3-906 561-02-X

Mehr denn je ist die Menschheit, insbesondere die Politik, wissenschaftsgläubig. Man meint, Wissenschaft sei gleichzusetzen mit Absolutheit, Richtigkeit, unbedingter Überzeugungskraft, Unbestreitbarkeit. Ist etwas "wissenschaftlich bewiesen", dann ist es eben so, dagegen kann niemand einen vernünftigen Einwand haben. Was heißt denn Wissenschaft und was ist eigentlich "wissenschaftlich"? Ich halte dagagen: wenn etwas "wissenschaftlich bewiesen" ist, dann mag dies für heute gelten; morgen ist etwas ganz anderes "wissenschaftlich" bewiesen. Das heißt nichts anderes als: Die Wissenschaft von heute ist der Irrtum von morgen!
Der "Wissenschaftler" hat es erst einmal mit Glaubensfragen zu tun, was schon die erste Unwissenschaftlichkeit ist: er "glaubt", daß seine Hypothese über irgendeinen Sachverhalt "richtig" ist. Nach seinen Beobachtungen bastelt er eine Behauptung zusammen, die ihm schlüssig vorkommt und stellt diese Behauptung in den Raum. Danach kommt die eigentliche "wissenschaftliche" Arbeit: die mühsam erstellte Hypothese muß mit allen erdenklichen Prüfverfahren "falsifiziert" werden. Das heißt, jetzt kommt der "advocatus diaboli" und feuert auf deinen Glauben aus allen Rohren, bis sich schwache Stellen zeigen, oder deine Hypothese als falsch zusammenfällt. Diese Schwachstellen werden begutachtet und in einer neuen, besseren Hypothese berücksichtigt. Und so geht das Spiel weiter, bis die letzte Hypothese, die dann den Nobelpreis bringt, unanfechtbar erscheint. Dies wird als wissenschaftlicher Triumph gefeiert, und die Welt hat wieder eine "Wahrheit" mehr. Worauf beruht denn diese angebliche Wahrheit? Letztenendes doch nur darauf, daß keinem Kritiker mehr die entscheidende Testfrage einfällt, die das Gebäude zum Einsturz bringen würde!
Wenn man einmal grob berechnet, wieviele Parameter eine komplexe Hypothese enthält, die in allen Kombinationen auftreten können, dann scheint es so, als ob eine unendliche Testreihe erforderlich wäre, um die Hypothese zu verifizieren. Stellen Sie sich vor, Ihre Hpothese hat in Wahrheit 49 Parameter, aber für den täglichen Gebrauch, sagen wir mal für ein Medikament, nehmen wir das nicht so genau und lassen es reichen, wenn sechs Parameter davon in Ordnung sind. Jetzt haben Sie ein Super- Testverfahren, das in der Lage ist, diese sechs Parameter auf einen Schlag zutreffend zu messen. Wie oft müssen Sie testen, um wenigstens diese sechs Parameter zu verifizieren? Natürlich genauso oft wie Sie im Lotto tippen müssen, um einen Sechser zu bekommen, nämlich rund 15 Millionen mal. Glauben Sie, daß es in der Praxis so tolle Testverfahren gibt, bei denen genau definiert ist, was überhaupt gemessen wird? Und glauben Sie, daß das wirklich 15 Millionen mal ausprobiert wird? Sehen Sie! Was uns als "Wissenschaft" verkauft wird, wimmelt von Meßfehlern, falschen Ansichten und Unkorrektheiten, so daß man sich auf einen Kompromiß einigt und etwas als "genügend" ansieht, was aber immer noch nicht "hinreichend" sein kann.

Bei der Hypothesenbildung hat sich in der "modernen" Zeit die Ansicht eingebürgert, daß alles anzunehmen zulässig, also nicht zu dumm ist, wenn nur nicht Gott darin vorkommt. Dies ist der wissenschaftliche Materialismus, das Grundübel unserer Zeit. So konnten Theorien entstehen wie z.B. der "Darwinismus" oder Ansichten von "selbstorganisiernder Materie", d.h. die Schönheit eines Schmetterlings hat sich so nebenbei als Zufall gebildet und ist ein Produkt von "try and error". Aus Chaos wird die herrlichste Ordnung, das ist eben in der Wissenschaft so. Merkwürdig, daß dies für die staatlichen Finanzen oder die Wirtschaft nicht im geringsten gilt. Ja, wird gesagt, man muß eben den Zeitfaktor berücksichtigen. Wartet nur ein paar Milliarden Jahre, dann bauen Affen die tollsten Flugzeuge, oder die entstehen einfach selbst aus einem Misthaufen. Wer heute noch an den Darwinismus glaubt, ist wirklich von gestern, und wer glaubt, daß es einen Zufall gibt, der in wundersamster Weise schöpferisch ist, der muß eben mit seiner "wertfreien" Wissenschaft und ihren Atombomben leben oder besser: sterben. Max Thürkauf beschäftigte sich als zutiefst gläubiger Mensch auch mit diesen Fragen. Als Einführung darf ich Ihnen seinen Vortrag mit dem obengenannten Titel vorstellen:

Wissenschaft schützt vor Torheit nicht

Unsere Zeit versteht sich mit verunsichertem Stolz als das Zeitalter der Wissenschaft, wobei unter Wissenschaft Naturwissenschaft verstanden wird. Das Erkenntnismittel der modernen Naturwissenschaft ist das systematisch-reproduzierbare Experiment, also die hervorbringende Urteilskraft. Bis Galilei war die geistgelenkte Hand des Menschen lediglich Gestaltungswerkzeug. Seit Galilei verkündete, das Buch der Natur sei in der Sprache der Mathematik geschrieben, man müsse messen und meßbar machen, ist die Hand sowohl Gestaltungs- als auch Erkenntniswerkzeug. In der modernen Naturwissenschaft steht das Machen im Vordergrund; die Chemiker und Physiker sind viel mehr Macher als Denker, und seit die Biologen das Leben als eine Summe von Chemie und Physik verstehen wollen, gehören viele von ihnen auch zu den Vertretern der Forschung durch Machung. Wie es im Bereich des Lebendigen nicht anders sein kann, besteht hier das Forschungs-Machen in einem Zerlegen. Werden beim Zerlegen auch die Moleküle der Lebewesen erfaßt, so handelt es sich um die sogenannte Molekularbiologie, die verborgener oder offener glaubt, dereinst einmal in der Lage zu sein, die Moleküle wieder zusammensetzen zu können - zu Lebewesen. Verfolgt man diesen Gedanken zuende, so wären die letzten Diadochen dieser Wissenschaft die Macher der Macher.

Im Laboratorium ist überwiegend das Machenkönnen, das Know-how, nicht das Denken entscheidend. Die Jünger der modernen Naturwissenschaft sind keine Söhne des Prometheus, keine Vorausschauenden, sondern Nachkommen von dessen Bruder, dem Epimetheus, dem Nachherschauenden, der die Büchse der Pandora geöffnet hat und die Übel in die Welt entweichen ließ. Daher kommt es, daß heute die Chemiker und Physiker ein Aha-Erlebnis nach dem anderen haben und immer wieder beteuern müssen, daß sie die Folgen ihres Machens nicht haben vorausschauen können. Das ehemalige "missing link" der seltenen Erden, das Element Nr. 61, sollte Epimethium und nicht Promethium heißen. Es wurde im Feuer der Atombombe gebrannt, das nicht das Feuer des Prometheus ist. Ein anderer Phönix der letzten Bombe wurde der Tatsache entsprechend nach dem "Fürsten dieser Welt", dem Herrscher über das Feuer der Hölle, benannt: wenn auch nicht Satanium, so doch Plutonium. - Jenen, welche die Folge solchen Tuns vorausschauen, sprechen die Epigonen des Epimetheus die Wissenschaftlichkeit ab, weil sie nur das für wissenschaftlich halten, was nicht vorausschaubar ist: Messungen können nicht gedacht, nur gemacht werden; sie können nur durch Machen, nicht durch Denken bewiesen werden. Wenn dem Machen ein falsches Denken zugrundeliegt, kann durch Machen auch das Undenkbare "bewiesen" werden, zum Beispiel die Existenz von Atomen.

  Eine Messung ist stets eine sinnliche Wahrnehmung, die mathematisch nicht bewiesen werden kann. Sinnliche Wahrnehmungen muß man entweder selbst haben, oder man muß sie jemandem glauben, der sie gehabt hat. Dasselbe gilt für übersinnliche Wahrnehmungen, beispielsweise für die Offenbarung religiöser Wahrheiten. Blaise Pascal, der große Mathematiker, Philosoph und Wissenschaftler des Galilei-Jahrhunderts, aber ebenso das religiöse Genie des französischen Barocks, sagt: "Versuche nicht zu beweisen, wenn das zu Beweisende offensichtlicher ist als der Beweis." Die wesentlichen Belange des menschlichen Daseins sind weder meß- noch definierbar, so die Liebe. In der Sprache Pascals heißt es "l'amour défini, c'est l'amour fini". Als Meister der Ratio ist Blaise Pascal - Ärgernis der Rationalisten - vor allem der große Mystiker der "logique du coeur!; die Herzenslogik als Fundament der Wahrheit. Sie enthält die Kopflogik. Die Wahrheit enthält die mathematisch erfaßbare Richtigkeit, das Herz vermag den Kopf zu fassen - umgekehrt nicht. Das beweisen die Logiker: Ein Herzenslogiker hat Verständnis für eine herzlose Kopflogik, aber ein herzloser Kopflogiker kann sich eine Herzenslogik nicht vorstellen. Er fragt immerzu, was ist das, Liebe, und vermag keine Antwort zu geben, weil die Liebe nicht im Kopf wohnt. Man mache die Probe aufs Exempel. In der Herzenslogik ist der Text so reich, daß die Sprache versagt und erst recht die Schrift. Die Schrift ist nicht die Sprache und die Sprache nicht der Text; ein und derselbe Text kann in allen Sprachen und jede der vielen Sprachen kann in allen Schriften zum Ausdruck gebracht werden. Der Text ist sinnlich nicht wahrnehmbar, er bedarf zu seiner Übermittlung der gesprochenen Sprache oder der Schrift. Im Jenseits werden wir uns ohne Sprache verstehen, der übersinnliche Text genügt zum Ausdrücken der Liebe im Himmel - und des Hasses in der Hölle.

   Es ist möglich, eine Schrift lesen zu können, ohne die Sprache zu verstehen. Es ist ferner möglich, die Sprache zu verstehen, ohne den Text zu begreifen. Das letztere ist im Zeitalter des Materialismus bei religiösen Texten häufig der Fall, besonders bei Gebeten. Das Verstehen eines Textes fordert ebenso ein Lernen wie das Verstehen einer Sprache oder die Fähigkeit, eine Schrift lesen zu können. Zum Erlernen eines Textes braucht es nicht weniger einen Lehrer als zum Erlernen einer Sprache oder einer Schrift. Das Verständnis für Texte erfordert mehr geistige Arbeit als das Erlernen von Sprachen und Schriften - deshalb wird so viel Leeres gesprochen und geschrieben. Je weniger Worte ein Autor zum Ausdrücken eines Textes benötigt, um so besser ist seine Sprache.

   Am Baum der Wissenschaft wachsen die Äpfel des Adam. Sie gehören zu jenen "Früchten, an denen ihr sie erkennen sollt", die jene erkennen, die "Augen haben, zu sehen". Da sie schillernd ihre Farbe wechseln, müssen sie von verschiedenen Seiten beleuchtet und betrachtet werden. Den Dialektikern, die für das, was vor ihrer Tür steht, Beweise fordern, ist schwer zu helfen. Es kann schwierig sein zu wissen, daß man sich auf einem sinkenden Schiff befindet - besonders wenn das Schiff groß und unsinkbar ist. Die verantwortlichen Offiziere der "Titanic" haben Beweise für das Sinken ihres untergehenden Schiffes gefordert, bis es für die Rettung der Passagiere zu spät war.

   "Das Sein muß im Letzten persönlich bestimmt werden", sagt Romano Guardini. "Darauf wartet es. Es ist aber jemand da, der es zum Bösen tun will. Er tritt nicht als solcher hervor; ja er benutzt gerade Vernunft und Sachlichkeit, um sich zu verbergen. Gerade in die angebliche Entzauberung verhüllt er sich. In der Wissenschaft, die reine Sachlichkeit sein will, wirkt er ein Blindwerden der Augen für das Nächstliegende; einen nie endenden Widerspruch, worin immer die erste Behauptung von der zweiten aufgehoben wird; eine Zerstörung der Geistesgemeinschaft, von welcher der Forscher immer wieder in die blinde Anspannung des Faches flüchtet. Aus der technisch und menschlich durchgeführten Rationalisierung hat er die menschenknechtende Maschine der heutigen Wirtschaftsordnung werden lassen - oder ziehen wir vor zu sagen, der Mensch sei in seiner Klugheit dumm geworden; nehme die Mittel für den Zweck und mache aus dem Herrn der Maschine ihren Knecht? Dann ist eben dieses der Ausdruck des Dämonischen ... und vieles noch. Freilich ist es schwer zu sehen und zu bezeichnen; denn das, worum es sich handelt, sitzt auch im Auge selbst und macht blind. Die Wirrnis im Geschehen, die Blindheit, die Kälte im Herzen und die falsche Richtung im Willen - das alles ist ein und das Gleiche. Wer darin verfangen bleibt, sieht immer nur Dinge, Tatsachen, Konsequenzen, Logik. Den Feind sieht  er nicht - Jesus hat ihn zum Stehen gezwungen. Er hat ihn ins Auge gefaßt und besiegt. Im Maße wir fähig werden, mit Christi Augen zu blicken, sehen auch wir ihn. Im Maße Christi geist und Herz in uns lebendig wird, werden wir Herr über ihn. Die Klugen freilich werden über solche Gedanken lächeln."

   Des Adams Äpfel sind so verschieden wie die Gifte der Welt und gleichen sich wie die Gifte: sie sind alle giftig. Aus der Frucht vom Baum der Erkenntnis, aus dem unverdauten Kerngehäuse von Evas Apfel, ist ein Kernling gewachsen: der Baum der Wissenschaft. Seine Früchte versprechen Wahrheit, vermögen aber bloß Richtigkeit zu geben. Wer davon ißt, macht viele richtige, aber unwahre Rechnungen, sehr zweckvolle, aber sinnlose Taten. Die Neugierde des Weibes hat durch Evas Apfel den Menschen aus der Geborgenheit des Paradieses vertrieben. Die Neugierde des Mannes hat - wie Werner Freiesleben sagt - mit einem wahren Wettessen von Adams Äpfeln die Menschen aus dem Kosmos, aus der Geborgenheit der Natur vertrieben. Die Vollendung des Sündenfalls verbannt uns in eine Welt der gemachten Dinge. In der Technokratie, in der kulturlosen Zivilisation der Macher, müssen die Menschen den Boden, auf dem sie stehen und von dem sie leben, selber machen: den Sinn des Lebens. Daß die Meinung, dies zu können, ein Zirkelschluß ist, kommt in der "Sinngebung" eines Molekularbiologen zum Ausdruck: "Der Sinn des Lebens besteht darin, dem Leben einen Sinn zu geben." So formuliert ist die Zirkelschlüssigkeit des Materialismus verdankenswert offensichtlich. Bald bleibt in unserer gemachten Welt nichts mehr, aus dem uns Gott vertreiben könnte. Daß die Vollendung des Sündenfalls durch die Tätigkeit der modernen Naturwissenschaft bewerkstelligt wird, zeigt sich in der letzten Phase der Vertreibung: der Mensch vertreibt sich selbst um der gemachten Dinge willen. In der darwinistischen Gesellschaft des Überlebens des Tüchtigsten, des Kampfes aller gegen alle, ist jeder des andern Teufel. Das Gegenteil wäre das verwirklichte Christentum, wo nicht der Tüchtigste, sondern der Liebesfähigste erhöht wird: die Menschheit als eine Gesellschaft der Liebe und Nächstenliebe. - Der Zweck mag die Mittel heiligen, meistens scheinheiligen. Sinnvoll sind nur Liebestaten; eine Tat kann sehr zweckvoll und doch sinnlos sein. Die materialistische Naturwissenschaft und ihre Technik werden immer zweckvoller und immer sinnloser, weil sie Sachlichkeit fordern. Der Mensch ist aber keine Sache, sein tiefstes Wesen ist seine Liebesfähigkeit. Der Sinn und die Kraft der Welt ist die Liebe. "Die Schöpfungsgeschichte ist eine Liebesgeschichte", sagt Alma von Stockhausen. Wir leben in einer Endzeit: Der Anfang vom Ende des Materialismus spielt sich vor unseren Augen ab. Wer Augen hat, schaue: Der sandige Boden der Ideologie wird in diesen Tagen vom Strom der Zeit weggespült. Petrus, der Fels, überragt die Fluten der Geschichte und trägt das Haus, welches "die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden".

   Endzeit bedeutet nur im Materialismus die Zeit vor dem Nichts. Für das Leben sind Tod und Geburt untrennbar verbunden wie Schmerz und Freude. Ende bedeutet im Leben immer Anfang: Anfang eines neuen Lebens. Alles Meßbare ist endlich, weil jeder Maßstab endet. Das Unmeßbare, das Leben, ist unendlich. Was vom Leben endet, ist die Eitelkeit, sich für immer auf Erden einzurichten. Im Erkennen des Todes als Anfang besteht das Erkennen des Lebens: "Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren: wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erhalten. Und welchen Nutzen hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder beschädige sich selbst?" (Lukas 9,24-25)

   Es ist mir ein Anliegen zu betonen, daß dies eine Kritik der Liebe ist - meiner Liebe zur Naturwissenschaft. Die Kritik gilt nicht der Naturwissenschaft als solcher, sondern dem materialistischen Wissenschaftsbetrieb, zu dem sie entartet ist, und dessen Anwendung in der maßlos gewordenen technokratischen Wirtschaft, welche die Heimat des Lebens, die Erde, als Rohstoffbeute und Marktplatz betrachtet. Es handelt sich sozusagen um einen Aufschrei des Liebhabers, dessen Geliebte - die Naturwissenschaft - vom Materialismus prostituiert wird. Die Härte der Kritik gilt dem Mißbrauch, nicht der "l'art pour l'art", sondern der l'art pour Dollar".

  Der Untergang des unsinkbaren Schiffes der modernen Menschheit, der "Technokratie", wird uns schwere Zeiten bringen. Schwere, aber gute Zeiten. In einer schweren Zeit ist es leicht, ein sinnvolles Leben zu führen, weil ein sinnvolles Leben immer schwer ist. Es gilt, die Boote der sinkenden "Technokratie" klar zu machen mit sinnvollen Taten - mit Liebestaten. Auf diesen Booten wird die Menschheit die lange Reise antreten nach den Gestaden der kommenden Kultur, die von einer noch nie erreichten Blüte sein wird: das verwirklichte Christentum als eine Menschheit der Liebe und Nächstenliebe. Auf den Booten haben alle Menschen Platz, die guten Willens sind. Diese Boote sind die Länder der Erde.