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*Wenn der Dollar stirbt *(2.4.2008)


Leider fällt der erste April erst nächstes Jahr auf einen Mittwoch, deshalb muß ich einen gewissen Realitätsbezug beibehalten. Trotzdem habe ich beschlossen, diesmal ein wenig Phantasie walten zu lassen und eine fiktive Geschichte zu schreiben. Allerdings lasse ich bei diesem Pranger alle kriegerischen Eskapaden weg und tue einfach so, als seien unsere Staatsmänner und Kanzlerinnen vernünftig genug, um die Lage in den Griff zu bekommen.


*Mittwoch, 25. Juni 2008*


Der Euro notiert erstmalig über 1,80 Dollar. Die US-Notenbank FED beschließt völlig überraschend eine Anhebung des Leitzinses um 2,50 Prozent.


*Freitag, 27. Juni 2008*


Nachdem der Euro zeitweise bis 1,65 Dollar gefallen war, steigt er jetzt auf 1,90 Dollar, weil von unbekannter Seite 400 Milliarden Dollar in Euro umgetauscht worden sind. An den Finanzmärkten kursiert das Gerücht, daß die chinesische Staatsbank hinter diesen Dollarverkäufen steckt.


*Montag, 30. Juni 2008*


An den asiatischen Märkten erlebt der Dollar einen nie gesehenen Einbruch. Zeitweise wird der Euro mit 2,40 Dollar gehandelt. Gold erreicht mit 2.850 Dollar pro Unze einen neuen Rekord. Die ganze Welt starrt auf die USA, doch die FED zeigt keinerlei Reaktionen.


*Dienstag, 1. Juli 2008 - Ende des Dollars*


Um 0:01 Uhr New Yorker Zeit tritt Präsident Bush vor die Kameras und verkündet eine Währungsreform. Der neue Amero wird auf einer 1:1-Parität mit dem Euro eingeführt, der bisherige Dollar um Faktor 10.000 abgewertet. Um soziale Härten zu vermeiden, darf jeder amerikanische Staatsbürger 2.000 Dollar 1:1 in Amero tauschen, weitere 8.000 Dollar 4:1 und zusätzliche 20.000 Dollar 10:1. Für die Umstellung auf den Amero setzt die US-Regierung eine Frist bis Donnerstag, 31. Juli. Alle Dollar-Bestände, die bis dahin nicht bei der amerikanischen Zentralbank zur Umstellung eingereicht worden sind, verfallen um Mitternacht New Yorker Zeit.


An den asiatischen Börsen steigt der Euro binnen Minuten auf 14.800 Dollar, bevor die Regierungen den Handel aussetzen. Da gleichzeitig die Aktienkurse verfallen, werden auch diese Börsen geschlossen. Außerdem werden Juweliere und private Goldhändler geschlossen.


Im Lauf des Tages bieten amerikanische Botschaften gestrandeten US-Bürgern Nothilfe an, um die Rückreise in die USA bezahlen zu können. Im Rahmen der Nothilfe werden bis zu 2.000 Dollar in Amero umgetauscht und mittels einer Umrechnung über den Euro in Landeswährung ausbezahlt. Dieser Service steht ausschließlich US-Bürgern zur Verfügung und der umgetauschte Betrag wird auf das Umtausch-Kontingent angerechnet.


Die Regierungen von Mexiko und Kanada erklären ihren Beitritt zur Amero-Zone, bieten ihrer Bevölkerung neben einer ähnlichen Umtauschregel deutlich bessere Umtauschkurse.


Wegen der bestehenden Unsicherheit verweigern die ölexportierenden Länder die Annahme des Amero. Die OPEC beruft eine Dringlichkeits-Sitzung ein, um den Ölpreis neu festzusetzen.


Die chinesische Regierung schickt eine scharfe Protestnote an die US-Regierung und fordert die Amerikaner auf, die chinesischen Dollar-Reserven im Verhältnis 1:10 auf Amero umzustellen. Sämtliche Schiffe mit Waren für die USA werden in den chinesischen Häfen festgehalten, alle chinesischen Schiffe mit Kurs USA werden zurückgerufen.


In Europa bilden sich Schlangen vor den Banken, weil zahlreiche Bürger ihre Guthaben abheben wollen. Die Banken verfügen ein Auszahlungslimit von 500 Euro, das um 11:00 Uhr auf 200 Euro und ab 14:00 Uhr auf 100 Euro abgesenkt wird. Die EU-Regierungen treffen sich zu einem Dringlichkeitsgipfel, während alle Fernsehsender die Bevölkerung pausenlos mit beruhigenden Botschaften berieseln. Die europäischen Börsen sollen den Rest der Woche geschlossen bleiben.


In den USA herrscht seit 6:00 Uhr EST Kriegsrecht, um Ausschreitungen zu verhindern. Trotzdem werden zahlreiche Banken gestürmt und vereinzelt jüdische Amerikaner als Verursacher dieser Krise gelyncht. Der Amero soll vorerst nicht als Papier- und Münzgeld eingeführt werden, sondern ausschließlich für Zahlung mittels Kreditkarte. Bedürftige, die neben ihrer Unterstützung Lebensmittelmarken ("Foodstamps") erhalten, bekommen diese als Wertschecks, die als alleinige Bezahlung ausreichen.


*Mittwoch, 2. Juli 2008*


Angesichts der bedrohlichen Weltlage beschließt die Bundesregierung unter Vorsitz der Bundeskanzlerin eine Zwei-Milliarden-Euro-Soforthilfe an Israel zu vergeben und in Deutschland Heizöl, Benzin und Diesel zu rationieren. Inlandsflüge werden ab dem folgenden Donnerstag eingestellt, Auslandsflüge bedürfen einer behördlichen Genehmigung. US-Bürger, die in Deutschland festsitzen, können bei Lufthansa subventionierte Rückflugscheine erwerben.


Die OPEC setzt den Ölpreis als Sofortmaßnahme auf 200 Euro pro Barrel fest und beschließt einstimmig, den Amero nicht als Zahlungsmittel zu akzeptieren.


Im Internet kursieren Berichte, daß hinter den extremen Dollarverkäufen der letzten Woche die FED und die US-Regierung stehen, die sich auf diese Weise mit Euro für die Krise eingedeckt haben. Nach Berechnungen haben die USA genügend Euro gekauft, um Dollarverbindlichkeiten im Wert von 2,5 Billiarden abzuwickeln (2.500.000.000.000.000 Dollar). Dieser Betrag übersteigt die Auslandsschulden der USA um ein Vielfaches. Für diese Annahme spricht, daß die US-Regierung derzeit alle Zahlungen in Euro abwickelt.


Aus der ganzen Welt werden Unruhen gemeldet, oft mit antisemitischen Untertönen. In den USA und in Europa erhalten bekannte Vertreter jüdischer Organisationen massiven Personenschutz. Das deutsche Fernsehen nimmt den Vierteiler "Holocaust" ins Programm und warnt davor, die amerikanische Währungsreform "jüdischen Bankhäusern" anzulasten.


*Donnerstag, 3. Juli 2008*


Die amerikanischen Truppen im Irak und in Afghanistan werden angewiesen, Treibstoff zu sparen und auf ihre Aktivitäten zu reduzieren. Verbände der US-Navy sollen ihre Geschwindigkeit drosseln und Flugzeugträger den Flugbetrieb reduzieren. Gleichzeitig wird verkündet, daß die Atom-U-Bootflotte von diesen Einschränkungen nicht betroffen ist und selbstverständlich die Sicherheit der USA weltweit garantieren kann.


Die amerikanische Regierung bietet befreundeten Staaten an, die Umstellung auf den Amero zu günstigeren Konditionen durchzuführen. Deutschland willigt ein, seine Dollarbestände zum Kurs von 1:8.000 auf den Amero umzustellen. Frankreich akzeptiert bei 1: 5000. Die Gegenbuchung erfolgt jedoch nicht in Amero, sondern ausschließlich in Euro. Die chinesische Regierung lehnt dieses Angebot als Provokation ab.


Aus Ägypten wird ein Hungeraufstand gemeldet, der vom Militär niedergeschlagen wird. Präsident Mubarak verhängt über das Land das Kriegsrecht. Nach massivem Raketenbeschuß marschiert die israelische Armee in den Gaza-Streifen ein. In Pakistan bricht eine Revolution aus. Das Militär bekämpft aufständische Islamisten.


*Freitag, 4. Juli 2008 - Amerikanischer Nationalfeiertag*


Angesichts der nationalen Krise überschlagen sich alle US-Politiker mit patriotischen Appellen. Der Amero wird als das Heilsversprechen der Zukunft hingestellt, als eine sichere, stabile Währung, die Amerika zurück zum Reichtum und die Bevölkerung zu neuem Wohlstand führen wird. Allerdings herrscht in den USA Pogromstimmung. Zwei evangelikale Prediger, die für die Unterstützung Israels geworben hatten, wurden auf offener Bühne erschossen. Wegen der wachsenden Gefährdung wird Amerikanern jüdischen Glaubens empfohlen, in sichere Wohngebiete umzusiedeln.


Die OPEC fordert von der UNO, sämtliche Sanktionen gegen den Iran aufzuheben. Außerdem werden die USA aufgefordert, Afghanistan und den Irak zu räumen.


Bei den Freitagsgebeten in Saudi-Arabien, Dubai und anderen Ölstaaten kommt es zu Ausschreitungen. Die ins Land geholten Gastarbeiter protestieren, weil ihre Löhne in wertlos gewordenen Dollar abgerechnet werden und verlangen sowohl eine Umstellung als auch eine Entschädigung in Euro.


*Samstag, 5. Juli 2008*


Völlig überraschend treten neue Verordnungen der Bundesregierung in Kraft: Der elektronische Zahlungsverkehr ist ab sofort ausgesetzt, kein Geschäft darf Kartenzahlungen akzeptieren, ausgenommen sind nur die aufladbaren Geldkarten. Für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs werden Höchstabgabemengen von 50,- Euro eingeführt, allerdings gibt es keine Möglichkeit zu prüfen, ob die Betreffenden diese Obergrenze in mehreren Einkäufen ausnutzen. In Zeitungen wird von Schwarzmärkten berichtet, in denen die Menschen versuchen, an Bargeld zu kommen. Auf diesen Schwarzmärkten werden für eine Unze Silber vier Euro bezahlt, für eine Unze Gold 250 bis 300 Euro.


Die USA geben Bezugsscheine für Treibstoff aus. Die Gallone Benzin kostet mittlerweile acht Amero.


Ohne amerikanische Hilfe gerät in Pakistan die Armee in die Defensive. Erste Einheiten gehen zu den Aufständischen über.


*Sonntag, 6. Juli 2008*


Ägypten, Saudi-Arabien, Kuwait und Dubai rufen das Kriegsrecht aus. Während sich die Maßnahme in Ägypten gegen die eigene Bevölkerung richtet, sollen in den Golfstaaten die Fremdarbeiter in Schach gehalten werden. China verlangt von seinen Handelspartnern die Abwicklung aller Geschäfte in Yüan, was weitgehend akzeptiert wird.


In Pakistan werden amerikanische Agenten entdeckt, welche die Atomwaffen des Landes unter Kontrolle bringen sollten. Die Agenten werden umgehend standrechtlich erschossen. Präsident Musharaf verkündet im Fernsehen seine Empörung über diese Einmischung fremder Mächte in die inneren Angelegenheiten Pakistans. Die Opposition bietet ihm freies Geleit und seinen Parteigängern Amnestie an, falls diese die Waffen niederlegen.


*Montag, 7. Juli 2008*


Die Börsen öffnen wieder. Die Aktienkurse stürzen massiv, auf 25-30% der Kurse vom 30. Juni. Der Euro wird für 18.000 Dollar gehandelt, der nirgendwo erhältliche Amero für 0,65 Euro. Die Unze Gold kostet 1.480 Euro, die Unze Silber 38 Euro. Filialen jüdischer Bankhäuser auf der ganzen Welt werden nach ersten Plünderungen geschlossen.


Die Bundesregierung errichtet in Erfüllung ihrer besonderen Verpflichtung gegenüber Israel eine geschützte Zone südlich Karlsruhe, in der jüdische Flüchtlinge aus den USA Aufnahme finden. Die Bundesregierung stellt dafür Sondermittel in Höhe von zwölf Milliarden Euro bereit. Der Zentralrat der Juden in Deutschland empfiehlt seinen Vorstandsmitgliedern, vorübergehend in die geschützte Zone zu ziehen.


In den europäischen Großstädten - vor allem Paris, Rom, Neapel und Madrid - kommt es zu Ausschreitungen, bei denen vor allem Lebensmittelgeschäfte jeder Größe geplündert werden - von der Bäckerei bis zum Supermarkt. Dabei sterben etwa 50 Menschen, auch durch Polizeikugeln. In Berlin findet eine Großdemonstration gegen die Regierung statt. Dabei tritt Oskar Lafontaine als Redner auf.


Die UNO tritt zu einer Sondersitzung zusammen, um die Anträge der OPEC-Staaten zu besprechen. Die USA kündigen bereits zu Beginn der Sitzung ihr Veto an. Anwälte der Anti-Defamation League, die kleineren Sendern die "Hetzte gegen Juden" untersagen wollten, werden von aufgebrachten Amerikanern auf offener Straße erschossen. Daraufhin verbreiten immer mehr Sender die Ansicht, daß das Ende des Dollars durch die "jüdische Hochfinanz" gezielt herbeigeführt worden ist. Einheiten der Nationalgarde, die Filialen jüdischer Bankhäuser schützen sollten, solidarisieren sich spontan mit dem Mob und wirken selbst bei den Plünderungen mit.


*Dienstag, 8. Juli 2008*


Die pakistanische Regierung tritt zurück. Die siegreiche Opposition vermeidet den Ausdruck "islamische Republik", erklärt sich jedoch zu einer freiheitlichen Demokratie auf der Basis der islamischen Wertegemeinschaft.


*Mittwoch, 9. Juli 2008*


Ben Shalom Bernanke tritt als Chef der FED zurück. Zusammen mit seinem Vorgänger Alan Greenspan verläßt er die USA Richtung Israel. Die USA lehnen dringende Anforderungen der israelischen Armee um Nachschub für den Gaza-Feldzug ab. Nur die deutsche Bundesregierung steht fest zu ihren Verpflichtungen zu Israel und sagt sofortige Hilfe zu.


Die Anträge der OPEC-Staaten vor der UN-Vollversammlung werden durch Vetos der USA, Großbritanniens und Frankreichs abgeschmettert. In Ägypten bricht offener Bürgerkrieg aus. Präsident Mubarak flieht Richtung Frankreich, worauf die Islamische Republik ausgerufen wird. In Saudi-Arabien macht das Königshaus massive Zugeständnisse, die zu seiner weitgehenden Entmachtung führen. Unter der Führung des Iran beschließt die OPEC, künftig nur noch Rubel, Yüan sowie Gold und Silber als Bezahlung für Erdöl zu akzeptieren.


*Donnerstag, 10. Juli 2008*


Die USA bieten der chinesischen Regierung einen Vergleich an: drei Milliarden Euro (entsprechend einem Dollarkus von 1:300), zehn Tonnen Gold, verbindliche Teilnahme der USA an der Olympiade und Rückzug der USA aus Taiwan gegen Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen. Die Chinesen setzen fünf Milliarden Euro und 25 Tonnen Gold durch, außerdem den Truppenabzug der USA aus Afghanistan.


Spanien, Frankreich und Italien stehen am Rand des Bürgerkriegs. Es gab bereits Tausende von Toten und zahlreiche Großbrände. Auch in Berlin und Frankfurt am Main wurde bereits geschossen. Vor dem Kanzleramt stehen Panzer der Bundeswehr, Mitglieder der Bundesregierung können sich nur noch mit massivem militärischem Schutz bewegen. Auf mehrere Vorstände von DAX-Unternehmen wurden Attentate verübt.


*Freitag, 11. Juli 2008*


Die Taliban verkünden einen dreitägigen Waffenstillstand, den die Invasoren in Afghanistan nutzen sollen, um das Land zu verlassen. Nach Ablauf dieser Gnadenfrist werden alle Ausländer im Land als Feinde betrachtet, die dem Tod verfallen sind. NATO-Soldaten, die in die Republik Pakistan fliehen, werden dort entwaffnet und interniert, bis zur Abholung durch unbewaffnete amerikanische Schiffe. Rußland bietet deutschen Soldaten den freien Rücktransport nach Deutschland an, falls diese russisches Gebiet erreichen sollten.


Die islamische Republik Ägypten beseitigt alle Grenzsicherungen zum Gazastreifen. Ägyptische und israelische Truppen stehen sich kampfbereit gegenüber. Ohne amerikanische Hilfe kann Israel jedoch keinen Waffengang wagen. Die durch diplomatische Kanäle vorgebrachte Drohung mit Atomwaffen wird durch den Hinweis auf die Atomwaffen der Republik Pakistan erwidert, die im Fall einer israelischen Aggression den islamischen Staaten zur Verfügung gestellt würden. Israel erklärt sich zu Verhandlungen mit der islamischen Republik Ägypten bereit.


Ganz beiläufig wird bekannt, daß die Lebenserhaltung von Ariel Sharon abgeschaltet worden ist.


*Sonntag, 13. Juli 2008*


Bundeskanzlerin Merkel hält im Fernsehen eine Rede, in der sie die Solidarität zu Israel betont und die Notwendigkeit, die Freiheit der Bundesrepublik Deutschland weiterhin am Hindukusch zu verteidigen. Dafür hätten die Deutschen im Namen der internationalen Solidarität Opfer zu bringen. Vor laufender Kamera fallen Schüsse und es spritzt Blut. Der im Studio anwesende Leibarzt kann nur noch den Tod feststellen. Als Täter wird ein Kameraassistent identifiziert, der sofort gesteht und seine Tat damit begründet, daß er die antisemitische Hetze dieser Frau nicht mehr mit seinem jüdischen Glauben vereinbaren konnte.


*Montag, 14. Juli 2008 - Französischer Nationalfeiertag*


Die Taliban beginnen mit ihrer Großoffensive. Den Besatzungstruppen fehlt es bald an Treibstoff und Munition, aus einem kontrollierten Rückzug wird eine heillose Flucht. Im Norden Afghanistan bleibt es noch ruhig, doch örtliche Kommandeure der Taliban raten den Deutschen, sich schleunigst über die Grenze nach Usbekistan abzusetzen, da diese letzte Gnadenfrist nicht mehr lange andauern würde. Der deutsche Militärkommandant entschließt sich, dieser Empfehlung zu folgen und befiehlt seinen Leuten, das Land zu verlassen.


In Frankreich werden große Reden gehalten, während die EZB zu einer Krisensitzung zusammengetreten ist. Der Euro war zu 80% mit Dollar unterlegt, die jetzt endgültig wertlos geworden sind. Dank der Entscheidung der OPEC verfällt jetzt auch der Wert des Euro rapide. Spanien, Portugal, Griechenland und Italien haben massive Zahlungsschwierigkeiten, Frankreich ebenfalls, aber das wird heute nicht eingestanden. Der Euro steht vor der Auflösung, aber keiner hat ein vernünftiges Konzept, was an die Stelle des Euro treten soll.


Die USA schicken einen Sonderbotschafter nach Deutschland, der die Vollmachten eines alliierten hohen Kommissars ausüben soll. Der Hochkommissar befiehlt dem Bundestag, die Neuwahl eines Bundeskanzlers für drei Monate auszusetzen. Der Hochkommissar beschlagnahmt Nordbaden als jüdische Schutzzone, deren Sicherheit durch amerikanische Besatzungstruppen garantiert wird. Noch vorhandene Ausrüstung der Bundeswehr wird als Waffenhilfe nach Israel geliefert, Deutschland entmilitarisiert. Evakuierte Truppen aus dem Irak werden in Deutschland als Besatzungstruppen zur Durchsetzung der alliierten Autorität eingesetzt. Damit steht Deutschland praktisch unter Kriegsrecht. Sehr zum Leidwesen Frankreichs haben die USA nun eine gewichtige Rolle bei der EZB inne.


*Dienstag, 15. Juli 2008*


Da Israel jetzt ohne ausländische Verbündete dasteht, schlägt die israelische Regierung Friedensgespräche mit den Palästinensern ohne jegliche Vorbedingung vor. Die palästinensische Seite lehnt unter Hinweis auf die fortdauernde Besetzung des Gazastreifens ab.


Saudi-Arabien erklärt sich zur konstitutionellen islamischen Monarchie, mit einem König als Staatsoberhaupt, aber einer republikanischen Verfassung.


China nimmt die Handelsbeziehungen zu den USA wieder auf. Die Abwicklung der Warenlieferung erfolgt ab sofort gegen Yüan oder Edelmetall.


*Sonntag, 20. Juli 2008*


Israel räumt den Gaza-Streifen, um das letzte Hindernis zu Friedensverhandlungen mit den Palästinensern zu ermöglichen.


*Montag, 21. Juli 2008*


Das Kriegsrecht in den europäischen Staaten greift, die Lage ist wieder unter Kontrolle. Es gab Zehntausende Tote, alle Bedarfsgüter werden bewirtschaftet, die Versorgung mit Bargeld ist eingeschränkt, aber die Menschen arbeiten und bleiben ruhig. Die Medien stehen alle unter Regierungskontrolle, jegliche abweichende Veröffentlichung führt zur Verhaftung.


*Freitag, 1. August 2008 - Ende des Euro*


Die EZB erklärt den Euro für ungültig. Die neue Währung heißt Globo, die in Parität zu einem Amero gesetzt wird. Der Amero seinerseits wird zu Gunsten des Globo aufgegeben. Die FED und die EZB fungieren als gleichberechtigte Notenbanken. Der Euro wird im Verhältnis 15:1 gegenüber dem Globo abgewertet. Staatsbürger der bisherigen Euro-Zone dürfen 2.000 Euro 1:1 in den neuen Globo tauschen, außerdem 8.000 Euro im Verhältnis 4:1.


So kurz vor der Olympiade hält sich China mit diplomatischen Vorwürfen zurück. Untergrundnachrichten vermuten, daß den Chinesen eine Kompensation gewährt worden sei, wodurch sie die Entwertung des Euro deutlich geringer träfe, als die reinen Zahlen aussagen.


Nach dem Rückzug aus Afghanistan und dem Teilrückzug aus dem Irak verfügen die USA wieder über die Möglichkeit zu einer aggressiven Außenpolitik. Erste Stimmen innerhalb der OPEC verlangen, den Globo als Zahlungsmittel für Erdöl zu akzeptieren.


*© <../Copyright.html>* /*Michael Winkler*/