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Die Hyperinflation von 1923 Teil 2


Gottfried Feders "Brechung der Zinsknechtschaft"

Als der 1. Weltkrieg endete, wurde vom Geheimdienst der deutschen Armee (der
voll unter Kontrolle der 'Hochfinanz' stand), dem mittellosen Adolf Hitler
die Aufgabe erteilt: eine winzige politische Gruppe zu beobachten, die sich
Deutsche Arbeiterpartei nannte. Hitler besuchte eine kleine Versammlung, auf
der die Ideen von Gottfried Feder einen tiefen Eindruck auf ihn machten.

In Mein Kampf schrieb Hitler:

"Als ich [im Juni 1919] den ersten Vortrag Gottfried
Feders über die "Brechung der Zinsknechtschaft"
anhörte, wußte ich sofort, daß es sich hier um eine
theoretische Wahrheit handelte, die von immenser
Bedeutung für die Zukunft des deutschen Volkes werden
müßte."

Feders fesselnde Ideen drehten sich um Geld. Die Grundlage seiner Ansichten
über Geld war der Gedanke, daß der Staat seine Geldversorgung durch eine
nationale Zentralbank sicherstellen und kontrollieren sollte, anstatt durch
Banken in Privatbesitz, denen Zinsen gezahlt werden müssten. Aus dieser
Ansicht kam die Schlussfolgerung, daß das Finanzwesen die Bevölkerung
versklavt hatte, indem es die Kontrolle über das Geld an sich riss.

Feders monetäre Theorien hätten leicht ihren Ursprung in den Schriften der
deutschen Theoretiker des Geldwesens wie Georg Knapp haben können, dessen
Buch The State Theory of Money (1905) immer noch einer der Klassiker auf dem
Gebiet des Geldwesens war. Gleich auf der ersten Seite erklärt Knapp:

"Geld ist ein Geschöpf des Gesetzes. Eine Theorie des Geldes
muß sich deshalb mit der Geschichte des Gesetzes befassen."

Knapp beschreibt die Erfindung des Papiergeldes mit diesen Worten: "die
wichtigste Errungenschaft der wirtschaftlichen Zivilisation." Für Knapp war
der Prüfstein dafür, ob etwas Geld war oder nicht, "unser Test, daß das Geld
von den Behörden des Staates [d.h. von Regierungsstellen] als Zahlungsmittel
akzeptiert wird."
Hermes und Bauer basierten ihre Entscheidung der Geldemission - die zur
Hyperinflation führte - auf dieser Aussage Knapps. Knapp kannte das ab 1913
eingeführte fraktionale Geldsystem der 'Hochfinanz' nicht, in welcher zwar
der Staat das Geld für die Notenbank druckt, aber die Privatbanken über die
fraktionale Geldkreierung diese Noten von der Zentralbank heute anfordern
und unters Volk - über zuvor von ihnen erteilte Kredite - verteilen.

Fast am Ende jenes Buches erwähnt Knapp nebenbei, wie deutsche Theoretiker
des Geldwesens der Gegenwart und auch vorher, amerikanische Theorien
studieren und diskutieren. Deshalb war möglicherweise die letztendliche
Quelle von Feders Gesichtspunkt die American-Populist-Bewegung der 1870er
Jahre und die Ideen, die jene Bewegung förderte, um ein dauerhaftes
amerikanisches Banknoten-System einzurichten. Doch eben dieses System wurde
mit der Gründung des FED und dessen Übernahme des Geldwesens für immer
begraben. Auch Knapp und Feder hinterfragten nicht den Sinn einer zentralen
Geldkreierung. Geld kann nur dem Menschen dienen, wenn es auf Dauer
dezentral vom Volk kreiert werden kann und damit jegliche Machtansammlung
unterbindet.

Deutschland hätte 1916 den Krieg gewonnen gehabt, wenn es Autark gewesen
wäre und ein dezentrales Geldsystem gehabt hätte. Deshalb achtet die
'Hochfinanz' seit jeher, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu erzeugen und
zentrale Geldsysteme zu schaffen. Dies haben sie spätestens ab 1927 weltweit
forciert.

Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde Schacht wieder zum
Reichsbankpräsident ernannt, um angeblich die deutsche Großindustrie und die
ausländischen Banken zu beruhigen. Er hatte zuvor gerade die BIS für die
'Hochfinanz' in Basel mit John Maynard Keynes gegründet. Dort übernahm die
BIS Schachts bisheriger Vize, der Jude Emil Puhl, bis er Schacht ein Jahr
später wieder als Vize in die Reichsbank folgte. Schacht bespöttelte Feders
monetäre Ansichten und beförderte ihn für immer aufs Abstellgleis.

Bis heute erfreut sich die 'Hochfinanz' an der Verwirrung um Geld. Ganz
besonders gefallen ihnen die Verwirrspiele der arkanen Kreise um die
Freiwirte, derer Umlaufzwänge und realitätsfremd Vorstellungen von Zins und
Geld nie auf Lösungen zeigen, weil sie sich weigern, das Problem 'Geld' im
monopolen Zugang zum Geld und der exklusiven Geldkreierung zu sehen.
Nur der Zentralismus befähigt letztlich die 'Hochfinanz' bei Bedarf wieder
eine Hyperinflation ablaufen zu lassen. Die fraktionale Geldkreierung
erlaubt seit Basel II das Vielfache bereitstellen von Geld - gegen über dem
realen Wirtschaftswerten - und das inflationiert. Je schneller umso mehr
Geld kreiert wird, umso schneller schwindet die Kaufkraft.
Diese Geldkreierung entwertet die Schaffenskraft des Volkes durch die
Entwertung der Kaufkraft und es ruiniert auch die Ertragslage der
Spekulanten, weshalb diese immer gerne vom 'Crash' reden. Crash wird aber
meist in Verbindung mit einem spontanen Ereignis benutzt.
Kaufkraftentwertung ist aber immer schleichend.

Die 'Hochfinanz' die nicht am wirtschaftlichen Wohlergehen des Landes
interessiert ist, bestimmt mit dem Geld über die Macht - und nur darum geht
es! Für sie ist Geld nicht ein Tauschkupon, sondern ein Medium zur
Machtabwicklung - wie in der Hyperinflation.

Wer Geld möchte, muss leisten oder Ressourcen übereignen – und das gibt
letztlich dem Geldbesitzer immer die Macht, weil alle bereit sind dem Geld
zu dienen, um in dessen Besitz zu kommen. Je schneller die Kaufkraft
schwindet, um so mehr müssen alle Menschen leisten. Das System kann ohne
Absicht nicht crashen! Die Menschen verdienen eben immer schwieriger ihr
Geld, welches immer weniger Wert ist. Das Volk verarmt – aber wie nun
mehrfach gesagt, die Währung – bzw. das System kann nicht crashen –
zumindest solange die Banken noch neue Kredite kreieren.
Die Umbenennung von Reichsmark in Rentenmark und danach wieder in Reichsmark
war nur ein psychologischer Trick die Glaubwürdigkeit in die 'Hochfinanz'
und ihr Geldsystem wieder herzustellen.
Nachdem in einem verarmten Volk keine Werte mehr vorhanden sind, wird die
'Hochfinanz' auch nicht zum Mittel eines Crashes greifen müssen, es sei denn
das Volk wird ihnen zu übermütig in ihrem Wohlstand. Sie halten es lieber
permanent unter Druck, wie die DM Besitzer, die zwischen 1948 und 2000 98%
des Kaufkraftwertes ihrer Mark verloren haben.

Weitere Informationen zu diesem Thema unter:
http://www.tarpley.net/29crash.htm
http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/artikel/hyperinf
lation-d.html
http://www.newsmakingnews.com/lm7,2,02harvardtoenronpt6.htm