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Als Liquidator habe ich gerade zwei Bau-GmbHs abgewickelt, sämtliche Bauvorhaben als Geschäftsführer zuendegeführt, wo es nötig war, prozessiert und den Fall zur vollsten Zufriedenheit der Gesellschafter zum Abschluß gebracht. Natürlich war dies nicht möglich ohne die Hilfe einer guten Steuerberatung, daher mein Dank an dieser Stelle!

Dies alles brachte es mit sich, daß ich mit vielfältigen Baurechtsfragen konfrontiert wurde bis hin zur Ausarbeitung von Baubeschreibungen, Verträgen für Subunternehmer und AGBs.

Bereits vorher hatte ich Erfahrungen im Architektenrecht gesammelt und entsprechende Prozessverfahren geführt. Dasselbe galt für Steuerberater, die Probleme mit ihren Honoraren hatten, wobei die Verjährung im Vordergrund stand.

Einen breiten Raum nimmt die Vertretung in Arbeitssachen ein. Hier steht die Beendigung von Arbeitsverhältnissen im Vordergrund, was regelmäßig zu Kündigungsschutzprozessen vor den Arbeitsgerichten führt. Es gibt keinen Mandanten, der mit den erzielten Ergebnissen bisher nicht zufrieden war.

In meiner Zeit im Rhein-Main-Gebiet führte ich maßgeblich den Kampf eines Gewerbevereins gegen die Ansiedelung mehrerer Großmärkte und Einkaufszentren.

Die Gegend brachte es mit sich, daß meine Klientel aus allen bestand, die entweder bei Opel oder am Frankfurter Flughafen beschäftigt waren. Es bestanden beste Beziehungen zu ganz Nordafrika bis hin zur Türkei; auch waren viele kurdische Mandanten mit spezifischen Problemen dabei. Die netten Stewardessen grüße ich ganz herzlich, natürlich auch die Piloten.

In die 80er Jahre gehörten auch Asylsachen. So vertrat ich die ersten weiblichen Flüchtlinge aus Afghanistan, die alle Asyl bekamen. Einem Ehepaar aus Ghana, das seit Jahren die tägliche Abschiebung vor Augen hatte, verschaffte ich ein dauerndes Bleiberecht, indem wir zum damaligen Hessischen Innenminister nach Wiesbaden fuhren, um eine persönliche ministerielle Anordnung zu erreichen. Die Partei des Ministers fing mit "C" an, die des Landrats mit "S". Es gab daher gewisse Subordinationsprobleme in unserer Sache, aber der Herr Landrat beugte ich auch ohne Zwangsmaßnahmen. Asylsachen bearbeite ich heute nicht mehr.

Ein Mandant aus Tunesien wurde in Frankreich festgenommen, da er illegale Tramper an Bord hatte. Das Fahrzeug wurde konfisziert auf nimmer Wiedersehen, und er bekam 4 Wochen Gefängnis im Schnellverfahren. Seine Familie wußte nicht, wo er abgeblieben war, und Fa. Opel vermißte ihren Facharbeiter. Es stellte sich heraus, daß er in Sarreguemines in Haft saß. Also begab ich mich nach dort ohne besondere Französischkenntnisse, um nach dem rechten zu sehen.
Im Gericht kam die gesamte Richterschaft gerade aus der Mittagspause, und ich machte klar, daß ich meinen Mandanten im Gefängnis besuchen und am besten gleich mit nach Hause nehmen wollte. Ich war überwältigt von der Hilfsbereitschaft, mir wurde gleich ein Elsässer als Adjutant beigeordnet, wir gingen zum Staatsanwalt und zur Haftrichterin (alles im selben Haus). Madame Schreiber verfügte als Richterin sofort die Abkürzung der Haft auf 14 Tage. Jedoch war ich auch nach dieser Entscheidung noch ein oder zwei Tage zu früh da, sonst hätte ich meinen Mandanten gleich mitnehmen können. Die Freilassung erfolgte jedoch unverzüglich. Später fuhren wir noch zur Gerichtsverhandlung, bei der mir ganz offiziell vom Gericht ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt wurde. Auch dort hatten wir Glück, denn das Durchreiseverbot durch Frankreich wurde um ein Jahr verkürzt. Alles in allem ein schönes Erlebnis soweit nur das Gericht beteiligt war.

Einige Zeit später kam ein Schreiben von der Anwaltskammer Frankfurt. Die Anwälte in Sarreguemines hatten sich darüber beschwert, daß ich ohne zu fragen vor Gericht aufgetreten wäre usw. usf. Ich bat die Kammer zu antworten, daß mich die "Kollegen" in Frankreich bei allem Respekt mal....können, und daß ich meine Mandanten notfalls auf der ganzen Welt aus dem Knast hole ohne lange ausgerechnet bei der Anwaltschaft um Erlaubnis zu fragen oder zu katzbuckeln. Danach war Ruhe, aber geärgert hat mich dies schon einigermaßen. Na ja, wie "Kollegen" eben so sind...Bei der Kammer habe ich übrigens angeregt, ein Merkblatt für Auslandsfälle zu verfassen mit allen Adressen, bei denen die vorherige "Aufwartung" zu machen sein könnte, damit man seine Anreise dementsprechend vorplanen kann. Mich schüttelt es heute noch.

Strafsachen nahmen und nehmen immer noch einen breiten Raum ein. So brachte mein Mandant aus Ghana, der am Flughafen arbeitet, einmal Mandantschaft aus Nigeria mit. Es handelte sich um die Schwester eines U-Häftlings, Millionärin und gut verwitwet nebst Bruder und Anwalt aus Lagos. Sie war vorher bei einem Frankfurter "Staranwalt" gewesen. Dessen Tätigkeit hatte sich auf einen Vorschuß von 20.000,- DM  beschränkt; dafür hatte er sich angeblich die Akte angefordert. In der Sache selbst tat sich nichts. Daraus entwickelte sich ein größerer Fall, denn der Bruder war Chef oder jedenfalls Mitglied der damaligen "Lagos Connection", war aber hier angeklagt wegen Vergewaltigung. Jeden Tag kamen Anrufe aus aller Welt vom Clan, die sich nach dem Sachstand erkundigten, Staatspräsidenten ließen sich persönlich unterrichten, und alle Herrlichkeiten dieser Welt wurden in Aussicht gestellt bei gutem Ausgang. Der Ausgang waren kurze Haft und Abschiebung, aber eine sehr lehrreiche Zeit. Das ganze Verfahren ging auf Englisch, für das Gericht und mich kein Problem, der Dolmetscher war der einzige, der Sprachprobleme hatte, er war gebürtiger Osteuropäer.

Ein anderer Mandant hatte etwas an seiner Elchjagd in Schweden auszusetzen. Es wurde korrespondiert mit allen Beteiligten, Norweger und Schweden, wonach ein Teil der Kosten erstattet wurde wegen Mängeln der Leistung. Meine Sprachkenntnisse für den skandinavischen Raum halte ich für hinreichend, auch hier Rechtssachen zu bearbeiten.